Square, die Zahlungsplattform von Jack Dorseys Unternehmen Block, hat am 30. März 2026 damit begonnen, Bitcoin-Zahlungen bei berechtigten US-Händlern automatisch zu aktivieren. Kunden können ab sofort per QR-Code mit Bitcoin bezahlen, während Händler ihre Einnahmen standardmäßig in US-Dollar erhalten. Die Bitcoin Zahlung Einzelhandel wird damit vom Nischenfeature zum Standard bei einem der größten Zahlungsanbieter der USA.
Was Miles Suter als Blocks Bitcoin-Produktchef am 30. März auf X angekündigt hat
Miles Suter, verantwortlich für Bitcoins Produktstrategie bei Block, schrieb auf X:
Wir machen es Millionen von Unternehmen einfacher, Bitcoin zu akzeptieren. Ab heute werden bei berechtigten US-Square-Händlern Bitcoin-Zahlungen automatisch aktiviert. Händler, die Bitcoin akzeptieren, erhalten standardmäßig US-Dollar. So beginnt Bitcoin als alltägliches Geld.
Ein Post den Block-CEO Jack Dorsey direkt repostete. Square bedient Millionen von Kleinunternehmen in den USA, von Cafés über Friseursalons bis zu lokalen Einzelhändlern. 78 % der Nutzerbasis sind US-basiert, 22 % international.
Die Bitcoin Zahlung Einzelhandel funktioniert über das Lightning Network, ein Netzwerk das auf der Bitcoin-Blockchain aufbaut und Zahlungen in Sekunden statt Minuten abwickelt. Kunden scannen einen QR-Code, die Zahlung wird sofort in US-Dollar umgerechnet und dem Händler gutgeschrieben. Der Händler sieht nur Dollar, berührt nie Bitcoin und trägt kein Kursrisiko.
Zusätzlich können Händler wählen, einen Teil ihrer täglichen Einnahmen automatisch in Bitcoin umzuwandeln und zu sparen, was Square “Stacken” nennt. David Marcus, CEO von Lightspark und ehemaliger PayPal-Präsident, nannte die Square Bitcoin Adoption einen potenziellen “TCP/IP-Moment für Geld” und verglich den Schritt mit der frühen Standardisierung von Internet-Protokollen, die verschiedene Netzwerke erstmals miteinander verbanden.
Warum Bitcoin-Zahlungen bei Square jetzt automatisch aktiviert sind statt manuell
Square hatte die Bitcoin-Zahlungsfunktion im Oktober 2025 als Teil der “Square Bitcoin”-Initiative eingeführt, damals aber als Opt-in. Händler mussten die Funktion aktiv einschalten, was die Verbreitung bremste. Ab dem 30. März 2026 ist die Funktion standardmäßig eingeschaltet. Berechtigte US-Händler müssen nichts tun, nichts konfigurieren und nichts verstehen.
Die Bitcoin Zahlung im Einzelhandel ist einfach da. Wer sie nicht will, kann sie abschalten, aber der Default ist jetzt Bitcoin-aktiviert. Der Wechsel von Opt-in zu Default ist der entscheidende Unterschied zwischen einem Pilotprojekt und Massenadoption.
Wenn Millionen Händler Bitcoin akzeptieren, nicht weil sie sich aktiv dafür entschieden haben, sondern weil es automatisch aktiviert wurde, entsteht eine Infrastruktur, die Bitcoin als Zahlungsschiene normalisiert. Das betrifft nicht nur technikaffine Händler, sondern jeden Laden der Square nutzt, also genau die Kleinunternehmen, die Bitcoins Versprechen als alltägliches Geld am direktesten testen.
Die Square Bitcoin Adoption unterscheidet sich damit auch von PayPals Strategie: PayPal setzt auf den eigenen Stablecoin PYUSD, Dorsey setzt auf Bitcoin als Protokoll. Beide erreichen Millionen Nutzer, aber mit grundverschiedenen Visionen für die Zukunft des Geldes. New York ist als einziger Bundesstaat von der Aktivierung ausgeschlossen, aufgrund regulatorischer Besonderheiten des Staates.
Warum Square bis Ende 2026 null Prozent Gebühren auf Bitcoin-Zahlungen erhebt
Square erhebt bis Ende 2026 keine Bearbeitungsgebühren auf Bitcoin-Zahlungen. Das bedeutet: Für Händler ist die Annahme von Bitcoin günstiger als jede Kreditkartentransaktion, die typischerweise 1,5 bis 3,5 % kostet. Bei einem Kleinunternehmen das monatlich 50.000 US-Dollar über Karte abwickelt, wären das 750 bis 1.750 US-Dollar Ersparnis pro Monat, wenn ein Teil der Kunden auf Bitcoin wechselt.
Die Abwicklung erfolgt nahezu sofort über das Lightning Network, ohne die Verzögerung von Kreditkartenabrechnungen die oft 1 bis 3 Werktage dauern. Block selbst hält 8.883 BTC auf der eigenen Bilanz zu einem Durchschnittspreis von 32.939 US-Dollar, ein klares Signal dass das Unternehmen nicht nur Infrastruktur baut, sondern an die eigene These glaubt.
Nach Ende 2026 hat Square die zukünftige Gebührenstruktur noch nicht kommuniziert. Für Neueinsteiger ist wichtig zu verstehen, was hier gerade passiert und warum es bedeutsam ist: Bitcoin funktioniert seit 17 Jahren als dezentrales Netzwerk, das Werte ohne Mittelsmänner überträgt. Das Lightning Network macht diese Übertragung so schnell und günstig, dass sie an der Ladenkasse funktioniert.
Square bringt diese Technologie jetzt in Millionen realer Geschäfte, ohne dass der Händler irgendetwas über Bitcoin wissen muss. Das ist der Unterschied zwischen einem theoretischen Zahlungsmittel und einem funktionierenden Zahlungsnetzwerk.
Geld, das niemand kontrolliert, das rund um die Uhr funktioniert, das keine Genehmigung braucht und bei dem die Spielregeln für alle gleich sind, muss nicht von oben eingeführt werden. Es muss nur einfacher und günstiger sein als die Alternative. Genau das passiert jetzt.
Wir berichteten über die Lightning-Network-Adoption und das Überschreiten der Milliarden-Dollar-Grenze beim monatlichen Transaktionsvolumen.